Was ist OpenCode — und was nicht
Bevor du mit der Einrichtung loslegst, ist es wichtig zu verstehen, was OpenCode eigentlich ist und wie es sich von anderen KI-Werkzeugen unterscheidet, die du vielleicht schon kennst.
Kein weiterer Chatbot
ChatGPT, Claude oder Gemini sind Chatbots. Du schreibst eine Frage, sie antworten. Das ist nützlich, aber begrenzt: Sie kennen deine echten E-Mails nicht, sie wissen nicht, was in deinem Kalender steht, und sie können keine Dateien auf deinem OneDrive finden. Du müsstest ihnen alles manuell mitteilen — mühsam und fehleranfällig.
OpenCode ist anders. Es ist ein Werkzeug, das mit deinen echten Konten und Dateien arbeiten kann. Du gibst ihm die Erlaubnis, auf bestimmte Dienste zuzugreifen, und es erledigt dann Aufgaben direkt dort — immer mit deiner ausdrücklichen Bestätigung vor jeder Aktion.
Was OpenCode technisch gesehen ist
OpenCode ist ein Open-Source-Programm, das als Desktop-App auf deinem Computer läuft. Es wurde ursprünglich als Werkzeug für Softwareentwickler gebaut, um Code zu schreiben und zu verbessern. Die App zeigt ein Chat-Fenster, in das du Anweisungen schreiben kannst. Ein KI-Modell übersetzt deine Anweisungen dann in konkrete Aktionen — es liest Dateien, durchsucht Ordner und führt Programme aus.
Das Besondere: Du kannst OpenCode über sogenannte MCP-Server mit anderen Diensten verbinden. MCP steht für Model Context Protocol — das ist einfach ein Standard, mit dem eine KI auf externe Dienste zugreifen kann, so wie ein Browser über HTTP mit Webseiten kommuniziert. Stell es dir vor wie eine Steckdose: Du steckst einen Dienst ein (z.B. dein Microsoft-Konto), und der Assistent kann ihn nutzen.
Warum Mistral als KI-Anbieter?
OpenCode selbst enthält keine KI — du verbindest es mit einem KI-Anbieter deiner Wahl. Für deinen Anwendungsfall ist Mistral die beste Wahl:
- Sitz in Frankreich — unterliegt der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
- Keine Speicherung der Daten zu Trainingszwecken
- Kostenloser Einstiegstarif ohne Kreditkarte — reicht für den normalen Gebrauch völlig aus
- Gute deutsche Sprachverarbeitung — Mistral versteht Deutsch sehr gut
Die Kommunikation zwischen OpenCode und Mistral läuft verschlüsselt über das Internet. Mistral sieht nur die konkrete Anfrage, die du stellst, und das Ergebnis, das zurückkommt — nicht deine gesamten Kontodaten.
Was OpenCode nicht ist
Um Missverständnisse zu vermeiden:
- OpenCode ist kein Dienst, der im Hintergrund läuft. Du öffnest die App, wenn du etwas erledigen willst, und schließt sie danach wieder.
- OpenCode agiert nie selbstständig. Es wartet auf deine Anweisung und fragt vor jeder Aktion um Bestätigung.
- OpenCode speichert nichts in der Cloud. Deine Konfiguration und Zugangsdaten liegen nur auf deinem Computer.
- OpenCode ist kein Ersatz für die normalen Apps. Du wirst Outlook, Todoist und Notion weiterhin normal nutzen. Der Assistent ist eine zusätzliche Möglichkeit, schneller an Informationen zu kommen und Routineaufgaben zu erledigen.
Die Rolle der MCP-Server
Damit OpenCode auf deine Konten zugreifen kann, braucht es für jeden Dienst einen MCP-Server. Das sind kleine Programme, die auf deinem Computer laufen und die Verbindung zwischen OpenCode und dem jeweiligen Dienst herstellen. Du musst sie nicht selbst programmieren — sie existieren bereits und werden einfach eingebunden. Für deine Dienste gibt es drei:
| Dienst | MCP-Server | Was er kann |
|---|---|---|
| Microsoft 365 | @softeria/ms-365-mcp-server | Outlook, Kalender, OneDrive, SharePoint, OneNote |
| Todoist | @doist/todoist-mcp | Aufgaben, Projekte, Fälligkeiten |
| Notion | @suncreation/mcp-notion-server | Seiten, Datenbanken, Suche |
Die genaue Einrichtung dieser MCP-Server erklärt Kapitel 3: Dienste anbinden.